Wortliebe – Von Luftschlössern und Zweisamkeit

Wortliebe – Von Luftschlössern und Zweisamkeit

Die deutsche Sprache – man liebt oder hasst sie. Sie wird häufig als harsch und hart klingend betitelt. Sie ist kompliziert zu lernen, all die Artikel, Fälle und Pronomen verwirren – und auch ich bin wirklich dankbar dafür, dass dies meine Muttersprache ist. Ich habe Respekt vor Menschen, die Deutsch lernen. Weil es eine unheimlich komplizierte Sprache ist. Ich bin jedoch absoluter Verfechter der deutschen Sprache und versuche häufig, wenig Anglizismen im Alltag zu verwenden. Auch hier auf meinem Blog. Auf Englisch klingt alles fancy, amazing und schwierige Sachverhalte lassen sich relativ kurz und schmerzlos ausdrücken. Dabei besitzt die deutsche Sprache so viele wunderschöne Wörter – oft fehlt einem jedoch der Blick dafür. Man denkt gar nicht darüber nach, aus welchen Elementen sich Wörter zusammensetzen – und bemerkt so ihren wahren Wert oftmals nicht. Ich als Fan der deutschen Sprache habe natürlich Lieblinge. Wörter, die mich immer wieder verzaubern, die jeder kennt und die ich gern verwende. Wortliebe.

Luftschloss

Ich baue ein Luftschloss. Und wenn man über das Wort nachdenkt, erscheint dies doch schwieriger als gedacht. Schlösser zu bauen ist das eine, aber aus Luft? Das erscheint zunächst unmöglich. Und ist es häufig auch – genau das beschreibt dieses Wort. Pläne, Träume, Vorhaben, für die wir brennen – die sich auf den zweiten Blick jedoch als kaum realisierbar herausstellen. Ich baue Luftschlösser – und träume. Luftschlösser bauen klingt doch aber viel schöner, oder?

Zeitgeist

Stellt euch den Geist einer Zeit vor. Wie sieht er wohl aus? Der Zeitgeist beschreibt die Mentalität eines Geschichtsabschnittes – und ich mag die Art und Weise, wie dieses Wort versucht, etwas wenig greifbares gegenständlich zu machen. Wusstet ihr, dass es dieses Wort sogar bis ins Englische geschafft hat? Zeitgeisty ist tatsächlich ein gebräuchliches Adjektiv.

Zweisamkeit

Nicht Einsamkeit – Zweisamkeit! Nicht allein sein – aber zu zweit allein sein. Auf romantische Art und Weise. Es gibt häufig nur diese eine Person, mit der sich Zweisamkeit harmonisch und absolut vollkommen anfühlt. Mit der Zweisamkeit so ist, wie sie sein soll. Zu zweit allein sein – und darin aufblühen.

Die schönsten deutschen Wörter

Lebensabend

Das Leben als Tag betrachtet – habt ihr darüber schon mal nachgedacht? Ich mag die Vorstellung sehr. Wir verändern und entwickeln uns im Lauf eines Tages. Und freuen uns häufig auf den Abend. Für manch einen ist ein Abend langweilig, eintönig – er ist jedoch mein liebster Teil des Tages. Man entspannt, weil der Tag vielleicht stressig war. Man kommt mit Menschen zusammen, die man liebt. Weil man am Tag dafür häufig keine Zeit hat. Man tauscht sich aus. Über das Erlebte. Und am Ende kommt die Nacht.

Wortschatz

Der Wortschatz – dieses Wort beschreibt wohl am besten, worauf dieser Artikel hinaus möchte. All die Wörter, die wir täglich verwenden, die wir kennen, die wir lieben: Sie sind ein wahrer Schatz. Wenn man die Bedeutung hinter so manch einem Wort näher betrachtet, offenbart sich dies häufig. Die Wörter, die uns bekannt sind, sind unser Wortschatz. Und das ist dieser doch wirklich: Ein Schatz, der es uns ermöglicht, immer genau das auszudrücken, was wir fühlen und denken.

 

Habt ihr Lieblingswörter? Oder jene, deren Bedeutung euch gefällt?

 

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Blogempfehlung

Die deutsche Sprache hat noch eine Vielzahl an weiteren wunderschönen Wörtern. Und diesen kann man einen ganzen Blog widmen. Das hat das Team von Deutschwortschatz.de getan und viele Wörter einzeln aufbereitet. Große Empfehlung meinerseits!

 

10 Kommentare

  1. Juni 21, 2017 / 6:34 pm

    Super Beitrag!
    Es stimmt – jeder nicht Deutsche sagt die Sprache sei schlimmer als Chinesisch 😉 Ich hingegen liebe eben gerade diese Wörter wie Luftschloss oder Zweisamkeit – die sind total träumerisch und alles andere als hart klingend 🙂

    Liebe Grüße,
    Rebecca

    • Juni 22, 2017 / 7:03 am

      Das finde ich eben auch! Da war bei der Kreation jemand richtig schön verträumt und vertieft. 😀

  2. Juni 21, 2017 / 8:33 pm

    Schöner Artikel 🙂 Mit deinen Lieblingswörtern stimme ich überein… meine wären dazu auch noch Heimat, Gemütlichkeit, Fernweh, Schadenfreude, Augenweide, Schnapsidee, Fingerspitzengefühl, Ohrwurm, Wanderlust und… sturmfrei! Absolutes Lieblingswort als Jugendliche ha ha :)) LG

    • Juni 22, 2017 / 7:04 am

      An Schadenfreude habe ich auch zuerst gedacht! Schnapsidee, Fingerspitzengefühl und vor allem Ohrwurm sind aber wirklich auch schön. Es gibt so viele tolle Wörter! <3

  3. Juni 22, 2017 / 1:18 pm

    Sehr schöner Beitrag! Ich versuche in meinem Alltag auch so wenige englische Wörter wie möglich zu benutzen und ärgere mich immer tierisch, wenn es doch einmal passiert! Mein Freund benutzt nämlich sehr gerne Anglizismen und es färbt leider ab! 😄 Das Wort Zweisamkeit finde ich auch wunderschön! Lebensabend kannte ich hingegen noch gar nicht – schön, wenn man etwas Neues dazu lernt!

    Sonnige Grüße,
    Eleonora my personal lifestyle blog

    • Juni 23, 2017 / 7:20 am

      Danke liebe Eleonora! <3 (Was ein wunderschöner Name!)

  4. Juni 25, 2017 / 1:25 pm

    Wow, du hast eine tolle Begabung, Menschen mit deinen Worten direkt im Inneren zu erreichen! Gerade der Abschnitt über Luftschlösser – richtig gelungen!

    XX aus Nürnberg
    Jecky
    Want Get Repeat

  5. Juni 25, 2017 / 7:38 pm

    Toller Beitrag! Zweisamkeit ist auf jeden Fall mein Lieblingswort. Im Alltag fallen mir solch schöne Wörter eigentlich gar nicht richtig auf. Nur wenn man englisch spricht und versucht sie dann zu übersetzen 😀

    Schönen Abend wünsche ich dir noch <3

    liebste Grüße, Samira
    von http://fromsamywithlove.net

  6. Juni 26, 2017 / 12:53 pm

    ich liebe die deutsche Sprache! Sie ist immerhin die Sprache der Dichter und Denker <3
    Danke für diesen schönen Blogpost und die Linkempfehlung!
    Liebe Grüße
    Miriam
    von http://www.howimetmymomlife.de

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