Weg mit dem Datenmüll! – Das Handy aufräumen

Weg mit dem Datenmüll! – Das Handy aufräumen

„Kein Speicherplatz mehr verfügbar. Bitte lösche Dateien, um Speicherplatz freizugeben.“ – wunderbar. Nicht nur physische Dinge sammeln wir heute in Massen, sondern vor allem etwas, das uns selbst häufig gar nicht auffällt: Digitalen Abfall. Nicht alles gehört natürlich in genau diese Kategorie, denn oft sind es auch einfach nur Dinge wie Fotos und Musik, die wir horten und nicht aufräumen. Bei der Nutzung fällt aber auch viel Datenmüll an, den wir gar nicht selbst produzieren, sondern der durch die reine Funktionalität entsteht.

Digitale Messis nenne ich gern liebevoll die Menschen, die ihr Telefon nie ausmisten, die 10.000 Fotos und eine ganze offline gezogene Spotify-Mediathek mit den besten Hits der letzten Jahre mit sich herumschleppen. Man weiß ja nie, wann man sie mal braucht. Und die App, die man vor Jahren so toll fand? Vielleicht erlebt sie ja nochmal ein Hoch. Behält man auch. Vorsichtshalber.

Schluss damit! Gerade digital gehört ein wenig Disziplin dazu, seinen digitalen Fußabdruck und das eigene digitale Chaos zu organisieren. Aber nicht nur eine aufgeräumte Wohnung fühlt sich gut an, sondern auch ein aufgeräumtes Handy. Auf geht’s!

 

 

Fotos – Wieviel brauchst du wirklich?

Hand auf’s Herz – wer löscht regelmäßig Daten von seinem Telefon? Die meisten tun das lediglich, wenn das Smartphone plötzlich verkündet, dass nur noch wenig oder sogar gar kein Speicherplatz mehr frei sei. Dann werden panisch schnell ein paar Fotos, ungenutzte Apps und Musik gelöscht, bis das Telefon sich kurz zufrieden gibt.
Unser täglicher Begleiter ist eine echte Müllschleuder. Allein auf meinem Telefon befinden sich 5086 Fotos, von denen ich sicher nicht mehr als die Hälfte wirklich als Erinnerung aufbewahren möchte. Screenshots, fotografiertes Essen, ein und das gleiche Bild unterschiedlich bearbeitet – weg damit!
Gewöhnt euch regelmäßig an, eure Fotos in der Cloud zu sichern UND vom Telefon zu löschen. Einmal in der Woche kannst du über die vorhandenen Fotos der Woche drüber schauen und entscheiden, welche wirklich dauerhaft bleiben sollen und welche nur Snapshots und Screenshots waren, die man nie wieder benötigt.

Gleiches gilt für Apps – wir nutzen immer die gleichen und haben somit unsere Alltagsfavoriten. Und der ganze Rest? Könnte man ja nochmal gebrauchen? Weg damit! Solltest du sie irgendwann doch nochmal benötigen, lade sie einfach erneut herunter. Das ist die wesentlich bessere Wahl, als sie einfach auf Reserve auf dem Telefon zu lassen.

 

Smartphone aufräumen - digital aussortieren

Newsletter – Liest du sie überhaupt?

Der zweite digitale Müllhaufen ist unser E-Mail-Postfach, das eine Menge Speicherplatz auf dem Telefon einnimmt. Tagtäglich kommen bei uns etliche Mails an – die uns aber eigentlich gar nicht interessieren und die direkt ungelesen in den Papierkorb wandern. Nicht jeder Newsletter bestellt sich automatisch selbst ab, wenn ihr in länger nicht gelesen habt (Mit diesem Feature wurde ich einmal sehr positiv überrascht!).
Werbung, Werbung, Werbung – die euch ohnehin nur zum Kaufen und Geld ausgeben anstiften soll. Echter Mehrwert? Nur selten vorhanden.
Beobachtet eine Weile lang selbst, welche Newsletter ihr öffnet und auch wirklich lest oder zumindest kurz überfliegt. Das sind die, die bleiben dürfen. Alle anderen fliegen raus. Am Ende eines jeden Newsletters muss rechtlich die Möglichkeit eines Opt-Outs gegeben sein, oft gekennzeichnet durch „abbestellen“ oder „unsubscribe“.
Mein Tipp: Nicht darauf warten, dass ihr euch aktiv die Zeit dafür nehmt, sondern immer direkt aktiv werden, wenn ein für euch uninteressanter Newsletter eintrudelt. Öffnen & deabonnieren.

Weiterhin wichtig: E-Mails nicht einfach nur gelesen im Postfach belassen. Die, die nicht von zukünftiger Relevanz sind, kannst du auch einfach direkt in den Papierkorb verschieben. Dieser leert sich in regelmäßigen Abständen häufig selbst, sodass du bei der endgültigen Löschung nicht mehr selbst aktiv werden musst. Aber jede Mail, die du einfach aus Bequemlichkeit behältst, füllt dein Postfach unnötig und belegt Speicherplatz, der auch anderweitig nutzbar ist.

 

Social Media – Uninteressanter Content?

Ähnlich wie mit Newslettern verhält es sich mit abonnierten Seiten und Accouns auf Facebook sowie Instagram. Beide Netzwerke nutzen viele von uns täglich und lesen/betrachten nur die wenigsten Postings, die uns angezeigt werden. Auch hier ist es sinnvoll, die eigenen Followings regelmäßig zu entmüllen, um den Content, der euch ausgespielt wird, relevant zu halten. Einigen Accounts und Seiten ist man vor Jahren gefolgt, weil sie damals interessant für einen waren – das ändert sich aber mit den eigenen Interessen teils erheblich.
Auf Facebook folge ich aktuell mehr als 150 Seiten, auf Instagram ganzen 1.300 Accounts. Soviel Content kann kein Mensch konsumieren. Auch hier gilt: Selten setzt man sich hin und sortiert stundenlang Accounts aus. Besser: Immer, wenn ein Post auftaucht, der für euch irrelevant ist: Checkt den Account/die Seite und schätzt ein, ob es ein Einzelfall ist oder ob der Content für euch generell uninteressant (geworden) ist. Wenn das zutrifft: Weg damit! Das Resultat ist in beiden Netzwerken ein für euch viel interessanterer Feed, der euch thematisch wirklich anspricht.

 

Smartphone aufräumen - digital aussortieren

Accounts – Na, welche nutzt du aktiv?

Letzte Woche trat die DSGVO in Kraft – viele meckerten, ich habe jedoch auch etwas sehr positives erkannt: Durch die gesammelten Datenschutzerklärungen aller Unternehmen, die einen über die Aktualisierung informiert haben, wurde mir eins bewusst: Meine Daten liegen bei verdammt vielen Unternehmen. Und ich habe verdammt viele Accounts, die ich einfach nicht nutze. Muss es also sein, dass diese inaktiv im Internet schlummern? Definitiv nicht. Auch Accounts kann man löschen – und das tu ich seit letzter Woche aktiv. Manche Unternehmen machen es einem dabei nicht ganz so leicht wie andere. Viele Accounts kann man einfach direkt selbst deaktivieren oder sogar die Löschung beantragen, in zahlreichen Log-In Bereichen gibt es dafür aber keine Möglichkeit. Dann heißt es: Mail an den Kundenservice oder eine Unternehmensmail, die ihr findet. Meist dauert es dann bis zu einer Woche, bis man die Bestätigung über die Löschung erhält. Positiv: Weniger Newsletter, weniger Accounts, weniger Unternehmen besitzen deine Daten. Feels good, right?

 

 

Ein paar erste Impulse für kleinere digitale Berge hast du nun. Was findest du selbst noch wichtig? Was nutzt du wirklich nicht und was würdest du auch nicht vermissen? Sortierst du deine Fotos regelmäßig aus?

 

Falls du auch physischen Müll reduzieren möchtest, findest du hier Tipps dazu: Weniger Müll! – Fünf Alternativen für Alltagsprodukte, die Müll effektiv reduzieren

 

Smartphone aufräumen - digital aussortieren

6 Kommentare

  1. Mai 29, 2018 / 7:00 am

    Guter Denkanstoß! Durch das neue Datenschutzgesetz und die Emailflut die dadurch zustande kam, ist mir auch erst richtig bewusst geworden wo ich überall angemeldet bin.
    Liebe Grüße
    Sandra
    http://misssandrafl.de/

    • Juni 18, 2018 / 8:17 am

      Man verliert da leider echt den Überblick. Mittlerweile hab ich aber denk ich ganz gut aussortiert. 🙂
      VG, Mira

  2. Juni 3, 2018 / 2:59 pm

    Toller Beitrag! Ich miste mein Handy ab und zu mal aus, aber viel zu selten, weil es immer so viel Zeit in Anspruch nimmt. Dann ist es viel schlauer jede Woche mal durch die Bilder zu gehen, wie du bereits geschrieben hast. Das werde ich auf jeden Fall mal umsetzen.
    Liebe Grüße, Svenja

  3. Juni 13, 2018 / 7:46 pm

    Schöner Post mit hilfreichen Tipps! Mir ist auch erst durch die DSGVO klar geworden, bei wie vielen Newslettern und Websites ich eigentlich angemeldet bin, von denen ich nichts mehr wusste. Meine Smartphone-Bilder sortiere ich allerdings regelmäßig aus. Man spart jedoch auch viel Speicher, indem man auf Whatsapp deaktiviert, dass Fotos und Videos automatisch gespeichert werden.

    • Juni 18, 2018 / 8:17 am

      Die Funktion ist bei mir auch schon lange deaktiviert – gerade in Gruppen war das immer der Horror! 😀 Bilder aussortieren muss ich mir selbst aber wirklich noch angewöhnen.

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