Bullet-Journaling – Eine gute Idee? (“Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode”, Rezension)

Bullet-Journaling – Eine gute Idee? (“Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode”, Rezension)
Rezension - Das Buch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

 

Ich trage seit Jahren einen Kalender mit mir herum. Einen richtigen, analogen. Aus Papier. Den Kalender in meinem Handy habe ich noch nie genutzt – außer für die automatischen Einträge, die Facebook, Booking etc. dort speichern. Ich liebe Schreibwaren, Papier und Dinge aufzuschreiben. Ein altmodischer Kalender war in den letzten Jahren der perfekte Begleiter und Organisator meines Lebens.

Bullet Journaling erlebt seit einiger Zeit einen wahren Boom. Lange hab ich mich nicht so richtig an das Thema heran getraut, weil ich der Meinung war: Ich bin viel zu unkreativ für so etwas! Aber manchmal muss man es einfach ausprobieren. Oder?

Jasmins erstes Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Nur lesen erschien mir für ein DIY-Buch zu einfach – das ganze Buch steckt ja quasi nur so zum kreativ werden an.
Gesagt, getan: Ich starte mein eigenes Bullet Journal!

 

“Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode”

“Fertig gestaltete Kalender bieten eine einfache Lösung, seine Termine zu planen, sind aber nur wenig individuell, absolut unflexibel und auf keinen Fall kreativ. Da hilft nur, selbst zum Stift zu greifen und einen Planer ganz nach den eigenen Bedürfnissen anzulegen. “Journaling” heißt diese sensationelle Methode: Damit hat man nicht nur alle Termine und To-dos im Blick, sondern hält auch Gedanken und Ideen fest. So werden aus Tagträumen und guten Vorsätzen ganz einfach konkrete Ziele, die man Schritt für Schritt in die Tat umsetzt – sei es eine gesündere Ernährung, die Karriereplanung oder das große und kleine Glück zu finden. Dieses Buch zeigt mit inspirierenden Bildern, wie man das zauberhafte Journal aufsetzt und seinen eigenen Stil findet, welche Themenseiten interessant sind und welche Gestaltungsmöglichkeiten einen wunderschönen, persönlichen Begleiter entstehen lassen.”
(Klappentext, Südwest Verlag)

Jasmin Arensmeier, die Autorin, verfolge ich schon seit einigen Jahren – auf ihrem Blog sowie YouTube-Kanal. Ihre kreative Art fand ich schon immer ziemlich beeindruckend – aber ab jetzt bin ich kreativ. Zumindest mehr oder weniger. Mein erster Eindruck vom Buch: Die gesamte Optik und vor allem auch Haptik sind hochwertig und wundervoll gestaltet.

Bullet Journal als Organisationstalent

 

Kreative Themen theoretisch angehen – klappt das?

Es wirkt auf den ersten Blick etwas abwegig, ein Buch zu einem kreativen Thema zu lesen. Aber Menschen wie mir, die denken, dass sie unkreativ sind, hilft das ungemein. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die Journal-Methode: Wo kommt sie überhaupt her und was ist ihr Zweck? Theorie, puh! Aber direkt danach geht es auch schon los: Jahresübersichten, der Schlüssel zum eigenen Journal, die eigene Produktivität durch Journalseiten steigern, Gewohnheiten tracken – und auch Jasmins eigene Geschichte darüber, wie sie zum Journaling kam.

Ich hätte nicht gedacht, dass ein DIY-Buch so umfangreich sein kann. Aber man bekommt wirklich zu jedem erdenklichen Thema etwas an die Hand: Der richtige Stift, die Gestaltung eigener Seiten, erste Vorschläge für die Gewohnheitstracker – und auch ein Selbsttest zum Entdecken des eigenen Journaling-Stils ist am Ende im Buch enthalten. Sogar Punkte wie der Umgang mit sensiblen Daten im Journal werden abgedeckt und auch entsprechende Lösungen dafür angeboten. Dinge, an die ich ehrlich gesagt nicht gedacht hätte.

Und die Schrift? Auch Handlettering-Basics sind abgedeckt – natürlich nicht so ausführlich, wie in einem auf Handlettering spezialisierten Buch. Für einen ersten Einstieg in die Welt des Letterings sind die Informationen aber ausreichend und geben Ideen zur eigenen Schriftgestaltung. Auch Formen werden gezeigt und Ratschläge zur Anwendung gegeben.

Das Buch wird abgerundet durch Beispiel-Spreads und ein kleines FAQ mit Fragen wie z.B.  “Wie entwickelst du neue Layouts?”. Gerade diese Frage würde ich gern jedem Bullet Journal Künstler dort draußen stellen – ich habe ungemein Respekt vor so viel Kreativität.

Das Buch ist nicht nur von außen hochwertig – auch der Inhalt ist rund und bietet einen wunderbaren Einstieg in das Thema. Mit jeder Menge Inspiration! Der Schreibstil ist enorm angenehm zu lesen und es macht keine Mühe, das Buch auch neben dem Zeichnen zu lesen. Ich nutze es mittlerweile als kleines Nachschlagewerk – es liegt immer mit auf dem Schreibtisch, wenn ich gerade wieder an meinem Journal sitze. Aber Moment, da sind wir schon einen Schritt zu weit, denn…

Das eigene Bullet Journal erstellen

 

Wie fängt man denn jetzt an?

Ich bin absoluter Bullet Journal Neuling, hatte aber bereits nach den ersten Seiten das Bedürfnis, direkt loslegen zu wollen. Das habe ich dann auch getan, jedoch habe ich mich erstmal sehr stark an Jasmins Abbildungen entlang gehangelt. Vor seiner ersten weißen Seite zu sitzen ist wunderbar. Aber dann kommt eben auch recht schnell die Frage auf: Wie gestalte ich denn jetzt konkret meine erste eigene Seite – ohne Hilfe? Mir hat es sehr geholfen, mich erstmal an den Abbildungen zu orientieren und diese teils zu übernehmen. So wird man erstmal mit den Materialien vertraut und beginnt – die eigene Kreativität kommt dabei von ganz allein.

Ein paar Fragen muss man sich jedoch vorab stellen, darauf weist auch Jasmin wunderbar hin:

  • Was soll mein eigenes Bullet Journal für mich sein? Ein Ersatz für meinen bisherigen Kalender? Ein Organisationstalent? Ein Dokumentationsort? Was brauche ich, damit das leere Bullet Journal dazu wird?
  • Gestalte ich mein Journal in einem bestimmten Stil?
  • Welche Themenseiten brauche ich überhaupt, damit das Journal für mich nützlich wird?

 

Mein erstes Monats-Setup

Gerade die Themenseiten haben mich sehr beschäftigt. Online findet man jede Menge Inspiration, aber auch einen absoluten Overload an Beispielen. Ich habe mich an Jasmins Buch orientiert und dort die für mich relevanten Module herausgesucht. Das sind am Ende folgende geworden:

  • Monatsübersicht
  • Habit-Tracker
  • Mood-Tracker
  • Lese- und Musikliste
  • Braindump
  • Monatsziele

Für mein allererstes Start-Setup war mir das umfangreich genug, da man sich ja erst einmal mit allem vertraut machen muss. Die meisten Bullet Journals enthalten eine Wochenübersicht – die war mir für den Start jedoch zuviel, da ich pro Woche auch gar nicht so viel eintrage. Ich habe mich erst einmal für eine Monatsübersicht mit Platz für Eintragungen entschieden und diese nach einem Vorschlag von Jasmin gestaltet. Bisher bin ich mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.

Rezension Jasmin Arensmeier - Bullet Journal

 

Kann ich das überhaupt?

Ich hab mich während des Lesens und Setups oft genug gefragt, ob ich das überhaupt kann. Ideen entwerfen, diese zu Papier bringen, sodass sie auch noch hübsch aussehen und dann auch noch dran bleiben und mein Journal sinnvoll befüllen. Zugegeben: Es gehört auch etwas Mut für das Neue und Entdeckerfreude dazu, aber vor allem soll das ganze ja Freude bringen.

Wichtig ist: Es muss nicht perfekt sein. Das eigene Journal ist etwas sehr persönliches. Jeder hat seinen ganz eigenen Stil – und den muss man selbst erst einmal finden. Darauf weist auch Jasmin richtigerweise gezielt hin. Vorbild sind natürlich immer die wunderschönen Bilder auf Instagram und Pinterest – aber auch diese Bullet Journaler haben irgendwann mal angefangen. Ganz klein. Und ohne das Streben nach dieser Perfektion findet man seinen ganz eigenen gestalterischen Weg.

Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode

Mein Fazit

Bullet Journaling ist eine unheimlich kreative, aber auch entspannende Sache. Vor allem letzteres habe ich recht schnell festgestellt – gemeinsam mit ruhiger Musik und Katze auf dem Schoß ist das Journal eine tolle Möglichkeit, nach der Arbeit abzuschalten.

Gestalte dein Journal nach der Bullet-Methode” war für mich dabei ein absolut gelungener Begleiter zum Start und zum ersten richtigen Kontakt mit dem Journaling. Das Buch nimmt einen an die Hand und gibt unheimlich viele Impulse und kreative Denkanstöße – die man auch am liebsten direkt umsetzen möchte! Ich habe es mittlerweile immer griffbereit, wenn ich die Stifte in der Hand habe, da ich vieles gern weiterhin nachschlage oder noch einmal schaue, wie Jasmin etwas umgesetzt hat. Nach und nach wird man sicher auch etwas mutiger und vertrauter mit den Utensilien sowie der Gestaltung. Und dann folgen meine ganz eigenen, tollen Designs!

Das Buch empfehle ich von ganzem Herzen – man merkt, wie viel Herzblut darin steckt.

 

Jasmin Arensmeier
“Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode”
Kreativ werden, Ziele verwirklichen, Glück finden
Inspiration für deinen persönlichen Lebensplaner
Erscheinungstermin: 05. März 2018
192 Seiten

Erschienen und verfügbar bei:
Random House Verlagsgruppe

 

 

Du hast Lust auf ein paar weitere Leseinspirationen? Dann schau gern in meine monatlichen Lesetipps.

 

Katze

Wie entspannend das ganze ist, seht ihr an meinem Kater, der während meiner Journal-Sessions immer mit auf dem Schreibtisch liegt. Und irgendwann auch gern auf dem Journal… =)

 

 

MV Divider

Rezension - Das Buch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.