Berlin, Berlin! Low Budget in die Hauptstadt

Berlin, Berlin! Low Budget in die Hauptstadt

 

Berlin! Man liebt oder hasst diese Stadt – dazwischen gibt es gefühlt nichts. Sie polarisiert. Ich bin häufig in Berlin, 1x im Monat in letzter Zeit für ein paar Tage. Das aber immer dienstlich – die Tage sind dann vollgepackt mit Workshops und Abendessen mit dem Kunden. Viel von der Stadt gesehen? Habe ich nie. Deshalb ging es Anfang November für zwei Tage nach Berlin! Ziel dabei: So wenig Geld wie möglich ausgeben, aber soviel wie möglich sehen! Es sollte kein Luxustrip für mich allein werden, sondern einfach nur ein wenig Qualitytime, um Berlin besser kennenzulernen. Immerhin wohne ich nur knappe 2,5 Stunden entfernt.

Aber: Sind Unterkunft, Transportmittel und vor allem die Sehenswürdigkeiten in Berlin nicht unheimlich teuer? Ich erzähle euch, wie ich die zwei Tage möglichst günstig in Berlin verbracht habe – mit Spartipps und einer fußläufigen Route durch das Herz der Stadt.

Anreise

Die günstigste Art und Weise nach Berlin zu kommen? Per Bus, Bahn, Flugzeug – das hängt ganz davon ab, von wo du anreist. Für mich war der Fernbus die günstigste Variante, da ich für Hin- und Rückfahrt zusammen gerade einmal 5€ gezahlt habe. Richtig gelesen! Mein absoluter Tipp, wenn du auf der Strecke Berlin – Dresden – Prag unterwegs bist, ist das tschechische Busunternehmen Regiojet. Hier funktioniert im Gegensatz zur grünen deutschen Konkurrenz ausnahmslos immer das WLAN sowie die Mediathek. Obendrauf hat man einen reservierten Sitzplatz, den man bei der Buchung auswählt und bekommt kostenlose Heißgetränke und Kopfhörer. So sieht Service aus!
Auch beim Fernbus lohnt sich eine rechtzeitige Buchung, da man hier super sparen kann – auf allen Strecken

Auch mit dem Flugzeug kommt man günstig nach Berlin, da Ryanair von anderen deutschen Flughäfen nach Berlin Schönefeld fliegt. Die Ryanair-Preise sind bekannt, je nach Angebot kann man hier für 20-60€ hin und zurück fliegen. Am teuersten ist und bleibt die Deutsche Bahn, auch wenn man rechtzeitig bucht – auch wenn sie natürlich immer die bessere und umweltfreundlichere Wahl als der Flieger ist.

 

Übernachtung

Die Übernachtung war eine kleine Herausforderung, denn: Ich bin eindeutig aus dem Hostel-Lifestyle mit Schlafsaal raus. Ich liebe gute und vor allem ausgefallene Hotels und zahle gern ~100€ pro Nacht, wenn der Komfort entsprechend stimmt. Da es diesmal aber Low Budget sein sollte, musste eine gute Alternative her. Meine Anforderungen an eine Unterkunft? Absolute Sauberkeit, ein eigenes Zimmer, ein eigenes Bad und eine zentrale Lage. Randgebiete kommen für mich nicht in Frage, da durch die längere Fahrt in die Stadt zuviel Zeit verloren geht.

Gar nicht so leicht also für wenig Geld! Geteilte Zimmer und Gemeinschaftsbäder sind einfach nicht meins, ich brauche mein eigenes Reich. Meine Preisgrenze: 50€ pro Nacht. Da die Preise für Unterkünfte generell von Tag zu Tag stark schwanken, habe ich mehrere Tage genau das beobachtet – und bin letztendlich für 44€ in einem Einzelzimmer in einem Hotel in direkter Nähe zum Ku’damm untergekommen. Das Hotel liegt in einer trotz der zentralen Lage ruhigen Seitenstraße und ist in einem Altbau untergebracht. Mein Zimmer lag ganz am Ende des Gebäudes und der verwinkelten Gänge, war somit sehr ruhig. Die Einrichtung war spärlich (Bett, Nachttisch, Schrank), aber es war sauber, das Bad war klasse und das Bett super bequem und warm. Über den Einrichtungsstil lässt sich streiten, etwas abgewohnt waren die Möbel – aber ich war mit meiner Wahl für diesen Preis zufrieden.
Der Preis war bei ähnlichen Unterkünften in etwa in gleicher Höhe, sodass man für ähnliche Ansprüche mit ca. 45€ pro Nacht rechnen kann.

 

Low Budget Reise nach Berlin - Hotel Unterkunft

 

Wer geringere Anforderungen an eine Unterkunft hat, kann in Berlin hingegen echte Schnäppchen machen. Hostelpreise sind in dieser Hinsicht unschlagbar: In berliner Hostels sind 8€ pro Nacht in einem Schlafsaal keine Seltenheit. Für 16€ teilt man sich das Zimmer oft nur mit drei weiteren Reisenden.

Ein weiterer Spartipp: Bucht die Unterkünfte ohne Frühstück. Gerade in Hotels ist dieses oftmals nicht im Preis inkludiert und ein teurer Aufpreis (8€ aufwärts) und lohnt sich meist nicht. Ich habe mir am Abend vorher stattdessen im Supermarkt selbst Brötchen und Saft gekauft und mir mein eigenes kleines Frühstück gemacht. Preis? Keine 3€.

 

Von A nach B kommen

Die Distanzen in Berlin unterscheiden sich von denen anderer Großstädte – immerhin sind wir hier in der Hauptstadt! In Dresden z.B. kann man viele Strecken laufen und kommt in überschaubarer Zeit nahezu überall hin. Ganz anders in Berlin – hier ist man von einem Ende der Stadt zum anderen gern 2 Stunden unterwegs. Alle Strecken zu laufen kommt also wirklich nicht für jeden in Frage – auch aus Zeitgründen. Meine Wahl fiel klassisch auf die öffentlichen Verkehrsmittel, da ein Tagesticket gerade einmal 7€ kostet. Heißt für 2 Tage: Kosten von 14€. Wenn man länger als drei Tage in Berlin ist, lohnt sich die Wochenkarte für ca. 30€.

Sightseeing-Tipp: Die Buslinien 100 und 200 fahren an den meisten Sehenswürdigkeiten im Berliner Zentrum vorbei und lohnen sich somit für eine Stadtrundfahrt, um das wichtigste von Berlin zu sehen. Günstiger als eine gebuchte Tour ist das allemal – ein Einzelticket in Berlin kostet 2,70€.

 

Mit kleinem Budget nach Berlin Fernsehturm

 

Sehenswürdigkeiten – kostenlos und fußläufig

In Berlin gibt es zum Glück jede Menge Sehenswürdigkeiten, die man kostenlos besichtigen kann. Uneingeschränkt empfehlen kann ich zudem die Free Walking Tours, die es in nahezu jeder größeren europäischen Stadt gibt. Die Tour an sich ist zwar kostenlos, lebt aber natürlich von Trinkgeldern für den Guide. Wieviel du zahlst, bleibt aber dir überlassen – günstiger als gebuchte Stadtführungen sind sie damit aber allemal.

Ich habe mich jedoch allein auf den Weg gemacht und habe die folgende Route zu Fuß eingeschlagen:

 

Berlin von oben genießen – es muss nicht der Fernsehturm sein

Meine kostenlose Sightseeing Tour begann am Alexanderplatz mit dem Blick auf die Weltzeituhr und das bunte Treiben auf dem großen Platz. Über allem trohnt der Fernsehturm – eines der absoluten Wahrzeichen Berlins. Wer sich die 15,50€ Eintritt für den Fernsehturm sparen möchte, kann die Aussichtsterrasse des Park Inn Hotels besuchen. Mit 120m Höhe liegt diese zwar etwas unter den knapp 204 Metern der Fernsehturmaussicht, man zahlt aber auch lediglich 4€. Die Aussicht ist dennoch atemberaubend. Die Tickets bekommt ihr an der Rezeption des Hotels.

 

Museumsinsel – Ein touristisches Highlight

Vom Alexanderplatz aus gelangt man fußläufig in wenigen Minuten zur Museumsinsel, ein wunderschöner Fleck mitten im Berliner Zentrum. Diese lohnt sich auch, wenn man keines der Museen von innen besuchen möchte. Entlang der Uferpromenade geht es zur “Three Girls One Boy” Statue. Von dieser aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Berliner Dom – auch wenn es nur die Rückseite ist. Hier sind auf meiner kleinen Tour meine Lieblingsbilder entstanden, die Uferpromenade lädt zum Verweilen ein.

Weiter geht es über die Friedrichsbrücke zur Alten Nationalgalerie. Sehenswert ist hier vor allem der Garten, der frei zugänglich ist. In langen Säulengängen und zwischen den viele Statuen fühlt man sich ein wenig ins alte Griechenland versetzt – man befindet sich aber mitten im Zentrum einer der pulsierendsten Städte Europas. Davon bekommt man hier jedoch nicht viel mit und kann vor allem die Ruhe genießen. Von hier aus gelangt man über die Bodestraße zum Lustgarten und nach einer Abbiegung direkt auf die andere Seite des Doms – diesmal zur Vorderseite. Von hier aus sieht er nicht weniger beeindruckend aus!

 

Low Budget nach Berlin - Museumsinsel und Berliner Dom

 

Unter den Linden

Vom Berliner Dom geht es zu Fuß weiter über die Schloßbrücke – ab hier befinden wir uns auf der weltbekannten Straße „Unter den Linden“, an deren Ende das Brandenburger Tor auf uns wartet. Bevor wir dort ankommen, können wir jedoch noch die Humboldt Universität bestaunen und uns von hier auf den Weg zum Gendarmenmarkt machen. Mit dem Französischen Dom, dem Konzerthaus und dem Deutschen Dom einer der beeindruckendsten Plätze Berlins! Setzt euch hier unbedingt eine Weile hin und genießt den Blick auf das bunte Treiben.

In unmittelbarer Nähe zum Gendarmenmarkt liegt die Friedrichstraße, eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Berlins. Vorbei an Gucci & Co. ging es für mich zurück auf die Allee. Wer vorher noch einen kleinen Abstecher machen möchte, erreicht von hier aus auch den Checkpoint Charlie – mein nächster Stop war jedoch das Brandenburger Tor. Hier lohnt sich der fußläufige Weg direkt auf “Unter den Linden” sehr, da man genau auf das Bauwerk zuläuft und einen wunderbaren Blick genießt.

Der Pariser Platz ist für mich immer wieder beeindruckend – das Brandenburger Tor, das Hotel Adlon, die Botschaften – und die vielen Menschen. Ein Muss? Durch das Brandenburger Tor laufen. Das machen wir aber ohnehin, denn direkt dahinter liegt das Reichstagsgebäude.

Brandenburger Tor Berlin

Reichstag und Tiergarten

Auch das Gelände des Reichstages ist frei betretbar – und auch die Besichtigung und der Kuppelaufstieg. Hierfür ist jedoch meist eine Voranmeldung und etwas Zeit mitzubringen. Da ich die Kuppel bereits vor einigen Jahren besucht habe, blieb es dieses Mal bei der Ansicht von außen. Die Wiese vor dem Gebäude lädt zum Picknick ein – hier genießt man Ruhe mitten im Zentrum Berlins. Auch das Kanzleramt grenzt direkt an das große Grün an. Ein paar Schritte weiter wieder Richtung Brandenburger Tor findet man das bekannte Holocaust-Denkmal.

Angrenzend an das Gelände des Reichstages beginnt der Tiergarten. Die Straße des 17. Juni führt direkt zur Siegessäule und mitten durch die große Grünfläche hindurch. Hier endete meine fußläufige Tour – ich entschied mich dazu, mit dem Bus weiterzufahren.

Reichstag Bundestag Berlin

Schloss Charlottenburg

Vorbei am Ku’damm und der Gedächtniskirche gelangt man mit dem Bus in wenigen Minuten direkt zum Schloss Charlottenburg. Die Besichtigung des Schlosses ist kostenpflichtig, den weitläufigen Park kann man jedoch kostenfrei besuchen und dabei auch das Schlossgebäude von außen betrachten. Im hinteren Teil des Parks gibt es eine kleine Brücke, von der aus man einen traumhaften Blick auf das Schloss genießen kann – der Weg lohnt sich!

 

Schlosspark Charlottenburg Berlin

Schloss Charlottenburg Park Berlin

Und sonst so?

In Berlin gibt es natürlich weit mehr zu sehen als das – jedoch bietet sich genau diese Route durch das Zentrum Berlins an, da man an vielen sehenswerten Gebäuden und Orten vorbei kommt. Ein Stück der Berliner Mauer steht bis heute z.B. am Potsdamer Platz und auch die East Side Gallery ist immer einen Besuch wert. Zudem bieten zahlreiche Museen kostenlose Ausstellungen und Führungen an.

Berlin auch für kleines Geld?

Eine Stadt wie Berlin muss nicht teuer sein – und ein Besuch lohnt sich daher auch mit kleinem Budget. Für meine vollgepackten zwei Tage in Berlin habe ich 68€ ausgegeben – mit einberechnet sind hier die Unterkunft (44€), zwei Tagestickets der BVG (14€) sowie die Reisekosten (10€). Mit einer Übernachtung im Hostel hätte ich lediglich 32€ gezahlt. Die wichtigsten touristischen Hotspots sind teils fußläufig zu erreichen – hier fallen zusätzliche Kosten an, wenn man eines der Bauwerke von innen besichtigen möchte.

Mit ein wenig Vorbereitung und Preisbeobachtung lasse sich gute Schnäppchen bei Anreise und Unterkunft schlagen – einer Berlinreise mit kleinem Geldbeutel steht damit nichts mehr im Weg. Berlin, Berlin!

 

 

 

In diesem Beitrag wurden Unternehmen erwähnt. Es liegen keine Kooperationen o.ä. Vereinbarungen vor.
Der Beitrag ist rein redaktioneller Natur.

 

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1 Kommentar

  1. Dezember 3, 2018 / 9:28 pm

    ein richtig cooler Berlin-Guide! ich darf die Hauptstadt ja nach wie vor meine Heimat nennen und kenne daher auch den einen oder anderen Insider-Tipp 🙂
    aber es ist doch auch immer wieder erstaundlich, wie schnell sich die Großstadt weiterentwickelt!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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